Klaviergedanken
00:00:22: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge Klaviergedanken mit Carsten Dürer.
00:00:29: Wenn es um Klavier- und Flügel geht, dann werden viele Menschen schnell emotional realistisch und intransparent.
00:00:39: Woran dies liegt?
00:00:40: An dem Ruhm einiger Marken und ihrem Wert auf den Markt könnte man vereinfacht sagen – aber wie setzt sich dieser Ruhmen und der Wert zusammen?
00:00:53: Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, hatte das amerikanisch geführte Unternehmen Steinway & Sons die Möglichkeit beim Wiederaufbau ihrer eigenen Hamburger Fabrik zu helfen.
00:01:05: Die als erste in Deutschland wieder Instrumente baute – während andere auch solche vor dem zweiten Weltkrig in den Konzertsälen prominent vertreten den Hersteller noch einige Jahre brauchten bis sie wieder Instrumente geschweige, denn Konzertflüge liefern konnten.
00:01:25: Natürlich waren im Krieg fast alle Konzerteenstrumente und natürlich auch die in den privaten Haushalten zerstört worden – in Deutschland.
00:01:35: So dass es wichtig war, die Säle zu bestücken nachdem sie wieder aufgebaut waren bzw.
00:01:41: Konzerte auch an kleineren Orten wieder stattfanden.
00:01:45: Damit war Steinway im Vorteil, konnte neue Konzertvögel in die Säle bringen und es dauerte gar nicht so lange bis alle Sähle solche Instrumente hatten.
00:01:56: Und die Pianisten genau nach diesen Konzärtvögeln fragten.
00:02:02: Damit will ich nicht sagen dass die Instrumen von Steinway nicht gut waren aber die Vielfalt in den Konzertssälen war erst einmal dahin aufgrund von Fertigungsverfügbarkeiten Und bald schon galten die Instrumente von Steinway als das Non-Plus Ultra, unabhängig von der Qualität von Instrumenten anderer Hersteller.
00:02:26: Die Rückwirkung von den Konzertbühnen und die Vorliebe der Pianisten für die Marke Steinway sollte im Allgemeinen dazu führen – dass diese Instruminte nun einen Standard darstellten, an denen andere Hersteller im Bezug auf den Ruhm bis heute nicht ganz anschließen konnten.
00:02:47: Und aufgrund dieses Ruhms wurden die Instrumente auch immer teurer – bis heute hält dieser Trend an!
00:02:54: Zum anderen baute man in Hamburg in Spitzenzeiten gerade einmal tausend zweihundert- bistausend vierhundert Instrumentes für die gesamte Welt ausgenommen des nordamerikanischen Kontinents, der vom Werk in Amerika beliefert wurde.
00:03:11: Dies war auch eine Art von Reduzierung der Menge die wiederum eine Werksteigerung zu evozieren schien.
00:03:20: Dennoch hatten Marken wie Bechsteinbösensorfer oder Blütner und natürlich auch andere – die vorher selbst sehr beliebt bei Pianisten auf den Konzertbühnen waren immer noch Probleme, den Ruf als wahre Alternativen wiederherzustellen.
00:03:37: Erst in den vergangenen Jahren ist es einigen mit viel Engagement gelungen, wieder stärker auf den Konzertpodien präsent zu sein – andere aber haben dieses ebenfalls geschafft, nämlich nicht deutsche oder österreichische Unternehmen.
00:03:54: Nun stellt sich aber die Frage warum ausgerechnet die Instrumente, Von dem Nachkriegs-Ruhm zähren, beziehungsweise nicht.
00:04:06: Denn Steinbeer-Instrumente waren vor dem Krieg bereits gefragt – aber andere marken nun einmal auch!
00:04:12: Und dennoch sind Flügel von Steinbeere aus den neunzehnhundertzwanziger Jahren deutlich teurer auf dem Gebrauchtmarkt als Instrumente anderer Marken aus dieser Zeit.
00:04:23: Da kommt der Moment des Ruhms zum Ausdruck.
00:04:28: Insider wissen einfach, dass gerade Instrumente von Bechsteinbösendorfer oder Blütener aus dieser besagten Zeit nach der Jahrhundertwende ganz besonders gute Instrumenten waren.
00:04:40: Und dennoch sind sie preiswerter zu erhalten – auch in einem restaurierten Zustand immer noch teurer als ein Steinway!
00:04:50: Überhaupt scheint es so zu sein, dass Marken die nicht mehr existieren aber zur aktiven Zeit ihrer Existenz hervorragende Instrumente bauten als weniger wertvoll betrachtet werden.
00:05:04: So kann man beispielsweise Instrumerte von Volrich oder Ibach selbst aus den neunzehntetachtiger Jahren deutlich günstiger auf dem Gebrauchtmarkt entstehen als Instrumete von Bechstein oder anderen Herstellern, die sich zu dieser Zeit auf dem gleichen bautechnischen hohen Level bewegten.
00:05:22: Auch da ist es wieder die Rückwirkung auf die Aktivität der Marken, die bewertet werden muss – nämlich dass diese Instrumente höher gehandelt werden, da viele, die den anderen Marken einfach längst vergessen haben und sie nicht gerne zu guten Preisen erwerben würden!
00:05:42: Das bedeutet, je aktiver ein Unternehmen noch heute ist – umso wertvoller werden in der Regel auch die Instrumente früherer Zeiten gehandelt.
00:05:53: Natürlich gibt es dann auch die Instrumenten auf dem Markt, die restauriert oder nicht eine Marke aufweisen bei der selbst Sachverständige erst in einem Lexikon über den Klavierbauch nachschlagen müssten, um sich zu informieren… um welche Art von Marke es sich da handelt.
00:06:14: Auch diese Instrumente können von hervorragender Qualität sein, allerdings gibt es Marken die nur für kurze Zeit existierten und somit gar keinen Ruben hinterlassen haben.
00:06:26: Damit ist nicht gesagt dass es ausschließlich solche Instrumerte gibt.
00:06:30: Es gab natürlich spätestens seit der Industrialisierung im Klavierbau auch Instrumete die preiswert unschnell gebaut wurden und entsprechend von nicht gerade überragender Qualität im Bezug auf Spielart und Klang sind – und damit dann auch eigentlich nicht viel an Wert bewahrt haben.
00:06:49: Zu Recht!
00:06:51: Doch es gibt halt die Ausnahmen, Instrumente deren Hersteller man nicht mehr kennt, die aber hervorragend sind.
00:06:59: Alles ist nun einmal in unserer Zeit Markt reguliert.
00:07:04: Und wenn der Markt eine Marke nicht als besonders anerkennt, dann sind die Instrumente, die von dieser Marke einmal gebaut wurden auch nicht so viel wert und werden entsprechend günstig angeboten.
00:07:18: Aber das bedeutet nicht dass ein Steinway-Flügel aus den neunzehntaschzig Jahren als Beispiel nun wirklich viel Wert ist nur wegen dem Markennamen!
00:07:29: Es muss von Instrument zu Instrument entschieden werden und da sollte man vorsichtig sein, denn aufgrund des Ruhms werden auch Steinway-Instrumente zu einfach über Hötenpreisen angeboten.
00:07:43: Ich erinnere mich noch an ein Angebot das mir gemacht wurde – es sollte einen A Flügel von Steinway sein der günstig abzugeben wäre!
00:07:52: Ich schaute mir das Instrument dass in einer Art Lagerstand an….
00:07:57: Als erstes es war ein Oflügel, also ein kleinerer als angekündigt.
00:08:03: Die Mechanik arbeitete nicht wirklich und die Lyra war zwar irgendwo vorhanden aber nicht am Instrument befestig.
00:08:12: Zudem erkannte man dass die Gussplatte irgendwann unsachgemäß mit Viehlack übergossen worden war so das die gesamten Schriftzüge auf der Platte aus dieser Zeit kaum mehr zu lesen waren.
00:08:24: Das Instrument stammte aus den neunzehnhundertzwanziger Jahren.
00:08:29: Eigentlich eine gute Zeit für Instrumente des Unternehmens, aber auch die Lackierung des ehemals in Shellac-ausgeführten Gehäuses war schrecklich schlecht mit Polyester verunstaltet.
00:08:42: Der Verkäufer versicherte mir, dass man ihm bereits zwanzigtausend Euro für das Instrumenten geboten hätte und ich konnte ihnen nur sagen ,dass er dann dieses Angebot sofort annehmen sollte da dies Instrument in diesem Zustand kaum etwas wert sei.
00:09:01: Es liegt also immer im Auge des Nichtwissenden Betrachters und des Verkäuvers, um ein Instrument real zu taxieren.
00:09:10: Bekannte Herstellernamen werden da weit höher bewertet als andere – doch man sollte vorsichtig sein mit dem tatsächlichen Wert eines Instruments!
00:09:20: Zudem können sich die Werte auch dann wieder schnell verändern, wenn ein Hersteller im Ansehen steigt oder sinkt.
00:09:29: Oder wenn er plötzlich doch wieder mehr Instrumente baut und die Instrumen am Markt verfügbar sind also das Moment der reduzierten am Markt befindlichen Instrument nicht mehr zieht.
00:09:46: Eigentlich sind auch die Preisangaben für gebrauchte Instrumente, bei denen der momentane Neupreis des selben Instruments genannt wird ein wenig lächerlich.
00:09:55: Denn oftmals liegen mehrere Jahrzehnte zwischen den Instrumenten und nur da ein Hersteller sagt das er eigentlich nie etwas am Instrument verändert hat sollte man es nicht einfach glauben.
00:10:08: Ein neues Instrument ist immer anders als ein vor Jahrzehn gebautes.
00:10:14: Und natürlich arbeiten auch Hersteller zum Teil mit dem Argument des Werterhalts, da sie ja jedes Jahr ihre Preise anziehen.
00:10:23: also man besser in diesem Jahr kauft anstatt noch ein Jahr zu warten.
00:10:28: Das ist ein Marketing-Trick!
00:10:30: Denn nur wenn es auf einmal kaum mehr Instrumente gäbe wäre dies der Fall….
00:10:37: Da aber momentan die Lager von jedem Hersteler voll sind sollten die Preise eigentlich sinken anstatt zu steigen.
00:10:47: Aber das ist ein anderes Thema!