KLAVIERGEDANKEN - Carsten Dürer über die Welt des Klaviers ...

KLAVIERGEDANKEN - Carsten Dürer über die Welt des Klaviers ...

Klaviergedanken

Transkript

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00:00:20: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Klaviergedanken mit Carsten Dürer.

00:00:27: Jedes Jahr ist es aufs Neue da, das sogenannte Sommerloch oder auch eine Sommapause.

00:00:35: Wirtschaftlich gesehen scheinen Einzelhandel- und produzierende Unternehmen für mindestens anderthalb Monate auf die Stop-Taste zu drücken, da sich ohnehin nichts verkaufen lässt keiner sich für das Konsumieren von Waren schert.

00:00:51: Allein?

00:00:52: Die Festivalsbumen, die Veranstaltungen in Städten im Freien haben Hochkonjunktur und sie alle sind gut besucht!

00:01:00: Das ist doch komisch oder?

00:01:03: Natürlich sind die Deutschen spätestens nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der Verzerstörung und Niederlage, natürlich auch mit Hilfe der Alliierten hochgekämpft haben zu einer Urlaubsnation geworden.

00:01:21: Früher waren dies die Autofahrten nach Italien, Spanien oder Frankreich.

00:01:26: später kamen dann immer mehr Flugreisen hinzu.

00:01:30: Der Deutsche wollte seinen Urlaub in anderer Umgebung in andere Atmosphäre genießen.

00:01:36: In Italien gibt es immerhin – zumindest außerhalb der touristischen Zentren, Ferragosto die Ferienzeit in der sich nicht viel abspielt.

00:01:46: Und auch in Frankreich sind die Geschäfte ganzer Straßensüge selbst in Paris im August geschlossen da dies der Ferienmonat ist und sich die Bevölkerung auf Urlaubswanderschaft begibt.

00:02:00: In dem von Bundesländern beherrschten Deutschland ziehen sich die Sommerferien ein wenig hin….

00:02:07: Aber wenn die einen noch im Urlaub sind, müssen die anderen ja schon wieder arbeiten und andersherum.

00:02:14: Wann also ist das Sommerloch?

00:02:16: Die Sommerpause denn eigentlich in Deutschland da!

00:02:19: Und

00:02:20: warum?!

00:02:22: Nun ich habe festgestellt dass viele Unternehmen sich beklagen, dass im Sommer kaum Verkäufe stattfinden – auch nicht im Bereich von Klavieren….

00:02:31: aber das ist natürlich Haus gemacht….

00:02:33: Wenn man über Jahrzehnte die Fabriken zum Sommer schließt, damit alle Mitarbeiter zur selben Zeit Urlaub machen können.

00:02:41: Wenn viele der Angestellten in den Geschäften im Urlaub sind – dann ist das doch Haus gemacht oder?

00:02:49: Natürlich habe ich Verständnis dafür wenn Eltern mit ihren schulpflichtigen Kindern in Urlaub fahren wollen, wenn dieses Schul-Sommerferien sind….

00:02:58: Das ist ja etwas Gegebenes!

00:03:00: Aber dass es ja auch viele….

00:03:03: Altere Mitbürger gibt, machen die schon zuvor Urlaub.

00:03:06: Meist schon im Juni oder Juli.

00:03:08: auch diese Käufer fehlen allen Anbietern!

00:03:12: So zieht sich die Sommerpause dann über fast drei Monate hin – man erreicht kann, wird vertröstet und alles wird aufgeschoben.

00:03:23: Was das im Umkehrschluss bedeutet?

00:03:25: Dass der gesamte Umsatz mindestens in den verbleibenden neun Monaten für das ganze Jahr gemacht werden muss.

00:03:33: Das funktioniert in den heutigen Zeiten aber nicht mehr so leicht wie früher.

00:03:39: Wäre es nicht sinnvoll, endlich einmal dem entgegenzuwirken?

00:03:43: Sommeraktionen auch im Bereich von Klavieren zu machen – Ausverkäufe, Seminare etc…?

00:03:49: Die Ideenliste könnte sich leicht verlängern lassen ….

00:03:52: Aber nein!

00:03:53: Man hat sich daran gewöhnt das im Sommer ohnehin alle kein Interesse an Klavier haben.

00:04:01: Obwohl viele Menschen ja Urlaub haben und nicht wegfahren.

00:04:06: Sie hätten also viel mehr Zeit, sich intensiv im Geschäft beraten zu lassen an Aktionen teilzunehmen – nur dass diese so gut wie gar nicht angeboten

00:04:16: werden.".

00:04:18: Ja selbst die Notenverlage haben in Sommer wenige Neuveröffentlichungen, haben diese meist im Herbst und im Frühjahr da sie meinen das dann die Menschen mehr Musik spielen wollen immer auch angelehnt an die Saisons der Konzerthäuser!

00:04:32: Natürlich sind die Klaviernoten für viele Verlage nur noch ein Nebenbei, denn sie leben natürlich heutzutage vor allem von Notenausgaben großer Produktionen also Opern oder Chören und sofort da Sie dort finanziell viele Lizenzgebühren für sich verbuchen können – oder aber Leimaterial für Orchester vermieten dürfen.

00:04:54: Das bringt ungleich mehr Geld als Noten für Klavier zu verkaufen!

00:04:59: Aber das könnte man ja ändern, indem man auch in diesem Bereich Sommeraktionen für Klavierspieler anbietet.

00:05:05: Ja vielleicht sogar im Zusammenhang mit Händlern oder Herstellern von Klavieren.

00:05:11: Warum sollten die Sommermonate also ruhige Monate für die Klavierfachgeschäfte sein?

00:05:17: Nun eigentlich vor allem deshalb weil man gerne selbst einmal in den Urlaub verhandeln will!

00:05:23: Also ist auch dies wieder ausgemachter Lehrlauf.

00:05:28: Es könnte sich etwas ändern, wenn man nur wollte – das glaube ich.

00:05:32: Die Buchindustrie wirft gerade in den Sommermonaten entsprechende Bücher auf den Markt da man weiß dass die Menschen im Urlaub auch gerne lesen.

00:05:40: Zeitschriften bringen Sondereditionen auf dem Markt, da Bahnhöfe und Flughäfen hoch frequentiert werden und dort die Menschen Stoff für den Urlaub suchen.

00:05:50: Ich erinnere mich allerdings nicht im geringsten daran, dass ein Klavierhersteller einmal an einem Flughafen einer zur Information über Instrumente gemacht hätte.

00:06:02: In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Händler ist nur ein Beispiel.

00:06:07: Wenn man die zwei bis drei Monate vielfach komplett schleifen lässt und das Interesse zu wenig schürt, dann soll man sich nicht wundern – nur wer beständig aktiv ist kann auch Interesse becken!

00:06:21: Es bleibt also fraglich, ob wir nach dem Wiederaufbau der Bundesrepublik mit seinen Fabriken und den entsprechenden Sommerferien die alle für die Arbeiter sinnvoll waren, die wirklich in der industriellen Fertigung arbeiteten immer noch hinkommen.

00:06:39: Wir haben damals die Fabrike im Sommer einfach geschlossen – damals eine Win-win Situation da die Sommerschulferien ohnehin viele Menschen dazu gebracht hätten Urlaub zu beantragen!

00:06:52: Heute allerdings stellen sich die Zahlen vollkommen anders dar.

00:06:57: Nur mehr six Komma.

00:06:58: sechs Millionen Menschen arbeiten in der Industrie, also im sogenannten verarbeiteten Verarbeiten den Gewerbe.

00:07:07: Das sind nur neunzehn Prozent der Gesamtbeschäftigten.

00:07:12: Der Wandel hin zu Dienstleistungsgewerber hat sich mittlerweile doch zahlenmäßig durchgesetzt Denn dies betrifft fast siebzig Prozent aller Erwerbstätigen.

00:07:23: Dagegen gibt es eine Geburtenrate von etwa eins, drei zwei Kindern pro Frau in Deutschland.

00:07:29: Weit aus weniger als noch neunzehnundsechziger Jahre oder in den neunzenhundertsiebziger Jahren wo die Geburtonrate über zwei, drei Kinder pro Frau lag.

00:07:42: Dagegengibt es heute fast zwanzig Millionen Menschen, die Rente beziehen?

00:07:48: Die Frage ist also... Was kann man machen, wenn man das Klavier genau diesen Gruppen den im Dienstleistungssektor tätigen und den Rentnern näher bringen will?

00:08:01: Zudem gibt es fast zwölf Millionen Haushalte in denen Paare ohne Kinder leben darunter oftmals Gutverdienende.

00:08:11: Warum also geht man diese Gruppen nicht stärker an?

00:08:14: Rentner und diese Paare sind nämlich im Sommer nicht abhängig von Sommerschulferien, und fahren dann oftmals auch nicht in den Reisem Monaten weg.

00:08:25: Noch eine Überlegung – In fast jeder größeren Stadt ich habe es schon erwähnt gibt es im Sommer Festivals!

00:08:32: Ein Festival nach dem anderen geradezu mit dem Fokus auf Wein, Bier, Bücher, Oldtimer und andere Dinge ….

00:08:39: Und wie schon erwählt die Festivals sind hochfrequentiert… Was zeigt, dass viele Menschen nicht im Urlaub sind?

00:08:48: Aber wann haben sie einmal eine Aktion eines Klavierhändlers, eines Klavierherstellers im Rahmen dieser Festivals erlebt.

00:08:57: Genau eigentlich nie!

00:09:00: Das Sommerloch oder die Sommerpause ist ein althergebrachtes Phänomen an dem man nur zu gern festhält – da es eigentlich schon immer so war….

00:09:12: Man wünscht es sich geradezu herbei, man will es haben.

00:09:16: Doch wie schon erwähnt müssen auch die Umsatzeinbuchen in diesen Monaten ausgeglichen

00:09:22: werden.".

00:09:24: Natürlich ist – auch das wurde schon erwählt Deutschland immer auch ein Exportland gewesen so dass andere Märkte in denen es keine solchen Sommerlöcher gibt im Sommersperker im Fokus stehen.

00:09:39: Dort kann man Geschäfte machen, Aber warum sollte das nicht auch im Inland möglich sein?

00:09:46: Die Zeiten haben sich verändert.

00:09:48: Warum also sollte man immer noch am Sommerloch festhalten, warum sollte man alles so weiterlaufen lassen wie bisher?

00:09:57: Es ist nötig dass man in Zeiten in denen sich der Absatz von Klavier nur schleppen und ganz langsam wieder nach oben bewegt auf diese veränderten Situationen einstellt Nur weil es immer schon so war.

Über diesen Podcast

In der Podcast-Reihe KLAVIERGEDANKEN spricht Carsten Dürer, Herausgeber und Chefredakteur des deutschen Klaviermagazins PIANONews, über seine Erfahrungen aus unterschiedlichsten Bereichen der Klavierwelt. Dass er dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, zeichnet seine Integrität aus. Die Themen beweisen, dass er über ein großes Wissen verfügt, aber niemals aufhört sich Fragen zu stellen

von und mit Carsten Dürer

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